Tierisch engagiert

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Zoos arbeiten weltweit zusammen, um bedrohte Arten zu erhalten

Zoos arbeiten weltweit zusammen, um bedrohte Arten zu erhalten

Mit speziellen Erhaltungszuchtprogrammen und Auswilderungsprojekten setzen Zoos sich für bedrohte Tierarten ein. Um effektiver arbeiten zu können, spezialisieren sie sich: Der Erlebnis-Zoo Hannover kämpft zum Beispiel besonders für den Erhalt von Addax-Antilopen.

Zoos in der ganzen Welt sorgen dafür, einen stabilen, gesunden Bestand bedrohter Tierarten in den Zoos zu erhalten. Für über 180 vom Aussterben bedrohte Arten gibt es Europäische Erhaltungszuchtprogramme (EEP).

 

 

Diese EEP sind zooübergreifende Projekte, mit denen Tiere gezielt und koordiniert nachge- züchtet werden. So sollen die Tierarten erhalten und, wenn möglich, irgendwann wieder ausgewildert werden.

 

Addax ZRH

Eisbaer Tier des Monats September 2012 01

2010 wurden gleich 5 Mini-Elefanten geboren!

Der Erlebnis-Zoo Hannover beteiligt sich an 27 europäischen Erhaltungszuchtprogrammen

Der Erlebnis-Zoo Hannover beteiligt sich an 27 europäischen Erhaltungszuchtprogrammen

  • Addax-Antilope
  • Andenkondor*
  • Asiatischer Elefant
  • Bartgeier*
  • Brillenpinguin
  • Chinesischer Leopard
  • Drill
  • Eisbär
  • Flachlandgorilla
  • Flachlandtapir*
  • Gelbwangengibbon
  • Gepard*
  • Hartmann-Bergzebra
  • Kaiserschnurrbarttamarin
  • Nacktnasenwombat
  • Nordafrikanischer Rothalsstrauß
  • Persischer Leopard*
  • Pferdeantilope
  • Pinselohrschwein
  • Roter Panda
  • Roter Vari
  • Rothschild-Giraffe
  • Sibirischer Tiger
  • Somali-Wildesel
  • Spitzmaulnashorn
  • Sumatra-Orang-Utan
  • Vikunja

* Indirekte Beteiligung aufgrund von Tieren, die als Leihgabe vom Zoo Hannover in anderen Institutionen eingestellt sind.

Für jede Tierart im EEP gibt es einen EEP-Koordinator. Dieser Koordinator führt das Zuchtbuch aller in europäischen Zoos lebenden Tiere dieser Art. Die Daten in den Zuchtbüchern geben Auskunft darüber, welche Tiere miteinander züchten können, also nicht eng miteinander verwandt sind. So wird dafür gesorgt, dass eine größtmögliche genetische Vielfalt trotz der begrenzten Tierzahl in den Zoos erhalten bleibt. Der Koordinator eines EEP spricht Zuchtempfehlungen aus, stellt neue Gruppen zusammen und organisiert den Tieraustausch zwischen den Zoos.

Die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme werden vom Europäischen Zooverband EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) betreut. Die EEP-Koordinatoren treffen sich einmal jährlich bei der Jahrestagung, berichten über "ihre Tierarten" und geben oder holen fachliche Ratschläge ein.

Leopard Arat lebt mit Partnerin Saia im Seitenflügel des Palastes

tiger gruen gross

Neue EEP werden der EAZA von den Spezialisten für eine Tiergruppe, den Taxon Advisory Groups, vorgeschlagen. Das EEP-Komitee entscheidet schließlich, ob die vorgeschlagene Tierart in das EEP aufgenommen wird.

Die ersten EEP wurden 1985 gestartet – heute sind über 300 Zoos in ganz Europa an den Programmen beteiligt. Die Zucht der bedrohten Tierarten wird mit Hilfe der EEP für die nächsten 50 Jahre planvoll koordiniert, um so einen gesunden, sich selbst erhaltenden Tierbestand zu sichern. Im besten Fall werden Tiere aus den Zoos wieder ausgewildert, um die wild lebenden Artgenossen zu unterstützen.

Der Erlebnis-Zoo Hannover führt das EEP-Zuchtbuch für die Addax-Antilopen, die Pferdeantilopen und die Nordafrikanischen Rothalsstrauße.

European Studbooks

European Studbooks

Einige Tierarten werden in den European Regional Studbooks (ESB) verzeichnet. Die ESB koordinieren die Zucht von Tieren, die keinem EEP angehören. In Hannover werden die Zuchtbücher für die Hulman-Languren und die Zwergrüssel-Dikdiks geführt. Zusätzlich ist Hannover an diesen ESB beteiligt:

  • Blessbock
  • Flusspferd
  • Gänsegeier*
  • Hulman-Langur
  • Kalifornischer Seelöwe
  • Katta
  • Kegelrobbe
  • Kleiner Kudu*
  • Marabu
  • Nimmersatt
  • Paradieskranich*
  • Rotes Riesenkänguru
  • Schimpanse
  • Spaltenschildkröte
  • Spinnenschildkröte
  • Springbock
  • Sumpfwallaby
  • Thomson-Gazelle
  • Zweifingerfaultier
  • Zwergrüsseldikdik

* Indirekte Beteiligung aufgrund von Tieren, die als Leihgabe vom Zoo Hannover in anderen Institutionen eingestellt sind.

ISIS

ISIS

Um das Überleben der bedrohten Tierarten in den Zoos langfristig zu sichern, bedarf es genauer Daten über jedes einzelne Tier. Die Daten werden daher international in der globalen Datenbank ZIMS (Zoological Information Management System) erfasst, die von der amerikanischen Vereinigung ISIS (International Species Information System) entwickelt wurde.

 

Auf diese Datenbank können weltweit alle 500 Mitgliedszoos zugreifen und sofort feststellen, wo welches Tier lebt, mit wem es verwandt ist und mit wem es züchten darf. Die Datenqualität des Erlebnis-Zoo Hannover gehört übrigens zu den besten der Welt!

Wallaby

Artenschutz, Forschung und Bildung...

Artenschutz, Forschung und Bildung...

...sind die Kernaufgaben von Zoos. Um diese Aufgaben effektiv zu bewältigen, arbeitet der Zoo Hannover nicht nur mit anderen Zoos, sondern auch mit Fachverbänden und wissenschaftlichen Instituten zusammen. 

Beispiele:

  • Deutsches Primatenzentrum Göttingen
  • Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) Berlin
  • Georg-August-Universität Göttingen
  • Medizinische und Tiermedizinischen Hochschule Hannover